• Regula Wyrsch Caviezel

Selbstreflexion durch Coaching / Supervision fördern

Aktualisiert: 26. Jan 2020


Die meisten Menschen verfügen über elementare Meta-Schemata zur Selbstbeobachtung und Selbstreflexion und denken über sich nach. Meistens werden aber nur sehr augenfällige Merkmale intensiver reflektiert. Eine systematische Selbstreflexion fehlt.



Gemäss einer empirischen 360-Grad-Analyse stimmen jedoch lediglich 9% der Befragten der Aussage zu: Meine Führungskraft ist reflektiert bezüglich sich selbst und verfügt über ein gutes Selbstmanagement. Führungskräfte benötigen Selbstreflexion, um sich an Veränderungen des Umfelds anpassen und angemessen reagieren zu können.


Unter Anleitung eines professionellen Coaches ist es möglich, dies zu erlernen.

Die Selbstreflexion als wichtiges Potenzial zur bewussten Selbstveränderung von Individuen sowie zum Lernen in und von Organisationen sollte erkannt und gefördert werden. Dies erfordert professionelle Anleitungen, Reflexionen über Prozesse bei systematischen Selbstreflexionen und Übungen mit Feedbacks zur selbständigen Umsetzung des Gelernten und Evaluation der Ergebnisse.


Insbesondere bei Führungskräften ist die Angst vor Fehlern oft stark vorhanden. Misserfolge oder Fehlentscheide können das eigene Ansehen schädigen. Aus Fehlern lernen, oder eigene Schwächen anzugehen, ist nicht angezeigt. Führungspersonen müssen von sich und ihrem Verhalten überzeugt sein.

Nicht alle Probleme und Ziele, die beim Coaching analysiert werden, haben enge Bezüge zum Selbstkonzept. Reflexionen über Probleme und insbesondere Selbstreflexion sind oft unangenehm. Es sind flüchtige Prozesse, die spontan auftreten, aber nur unter günstigen Voraussetzung und durch systematische Förderung handlungswirksam werden. Professionelle Coachs sollten in der Lage sein, intensive und systematische ergebnisorientierte Problem- und Selbstreflexionen als Grundlage für Problemlösungen oder Zielklärungen zu fördern

Um Führungskräfte zu unterstützen, sind daher Räume der Selbstreflexion wie beispielsweise das Coaching bestens angebracht und geeignet – ein Angebot, das Führungspersonen dazu bewegen sollte, ein Führungscoaching zu beanspruchen.

Literatur:

Büser, Tobias u.a. (2012): Führungspraxis und Motivation – Empirische 360-Grad-Analyse. Online: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/75186/1/736748792.pdf

Greif, Siegried (2008): Coaching und ergebnisorientier Selbstreflexion. Göttingen: Hogrefe